Kunst - Art - Iconic Turn - Iconart.

IconArt - Ideogramm, Piktogramm und Iconographie. „Momentos“ von JFN.

 

Die  stark abstrahierten Formen, die Abstraktionen, wirken wie Ikonen, die in ihrer Absolutheit gerade auf das unabsolute der Kunst verweisen.

Hiermit deuten die „informationsverkürzenden“ Abstraktionen geradezu auf das Gehirn als leere Leinwand hin, auf der bzw. in dem die Bilder entstehen bzw. wo die Bilder eingetragen werden müssen, worauf bereits die Abbildung „ad omnia“ von Didaco Saavedra Faxardo (1584 – 1648) verwiesen hat, und die bei Bredekamp im Buch „Antikensehnsucht und Maschinenglauben – Die Geschichte der Kunstkammer und die Zukunft der Kunstgeschichte“ nochmals erschien und lassen damit sowohl Bezüge zu den Bildwissenschaften als auch assoziativ zu dem von Leibniz (1646-1716) formulierten Alphabet der Menschlichen Gedanken zu, das alle möglichen Bilder, die sich im Geiste bilden, darstellen sollte, um durch Kombinatorik Aussagen und Wahrheiten zu generieren, dessen Bilder jedoch nie von ihm vorgelegt wurden und in ähnlicher Art als Idee eines Systems von „tabulae“ auch von Bacon (1561-1626) als Archiv und Stütze des menschlichen Gedächtnisses vorgeschlagen wurde.

Diese Idee ging zum Teil auf Ramon Llull (1232-1316) zurück, der ebenfalls durch Kombinatorik Wahrheit suchte und damit als ein Urahn der Informatik gilt, weshalb man in diesem weiteren Sinne auch an den viel zitierten, aktuellen „Iconic Turn“ denken kann, der die Bilderbedeutung unterstreicht und diese Bilder damit auch als „Iconart“ bezeichnet werden können und ihnen diese weitere Bedeutungsebene zuweist bzw. durch welche die Bilder inspiriert sind.

Der Archetypische Charakter der Bilder lässt zudem an die Memory- oder Mnemonik Techniken etwa des Joseph Broader (Artificial Memory, 1827) und das als Pareidolie bezeichnete Phänomen denken. Das kommt bei den Bilden vor, da durch die einfache Darstellung in Schwarz und Weiß und durch die teilweise nur angedeutete Formensprache verschiedene Lesarten möglich werden und das Dargestellte gleichsam zum Vexierbild und zum Nachbild werden kann.

Durch die einfache Darstellungsform werden die Bilder gleichzeitig leicht zu geteilten Bildern, da jeder Stereotype erkennt und regen parallel, durch die Korrespondenz der Bilder zu den Titeln, gleichsam zum Nachdenken und zum Schmunzeln an.

Zudem lassen die ideogrammartigen Bilder durch ihre teils offene Darstellung Platz für den Fokus und die Phantasie des Einzelnen.

Die Ausstellungen der „Mnementos“ ermöglichen die Präsentation und den Austausch von
Ideenwelten. Das Zeigen der Werke erzeugt bei den Besuchern neue Gedanken und
Assoziationen. Im Nachhinein ergibt sich dadurch ein Netzwerk von Einflüssen, das
inspirierend wirksam werden kann. Hierauf verweisen die Nachbilder, da sie als eine Art
Schnittstelle verstanden werden können, die gleichzeitig auf das „Nach“ also die
Vergangenheit deutet, man aber im Moment betrachtet und sich das fertige Bild erst in der
Zukunft zeigen wird. Der immanente Verweis der Bilder auf das Temporäre und die offenen
Bildinhalte bilden damit einen „Momento Memo“ an den Fluss der Ideen, die wie ein
Netzwerk verbunden sind. Technik: Acryl auf Leinwand, 20x20 cm

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